Neue Führungskompetenz – Selbstwertbasiertes Führen in Unternehmen, von Martin Mourier

Neue Führungskompetenz – Selbstwertbasiertes Führen in Unternehmen, von Martin Mourier

Endlich mal ein Fachbuch mit Tiefe und wirklich neuen Ansätzen. Ich bin müde Fachbücher zu lesen, die fürs Marketing geschrieben sind und wiederholen was in 100 anderen Büchern geschrieben steht.

Aus der Inhaltsangabe: “Gute Führung bedeutet heute immer mehr, den fühlenden Menschen in uns selbst und im anderen wahr zu nehmen. Es geht darum, entwicklungsfähige Beziehungsmuster zu schaffen, weil die Qualität der Beziehung für die Entwicklung des Selbstwerts und der Selbstwirksamkeit entscheidend ist. Wenn solche Bemühungen vernachlässigt werden, hat das immer hohe Kosten zur Folge- Kosten wie den Verlust an Gleichgewicht, Motivation, Verantwortlichkeit und Handlungskraft.”

Ich habe jede Seite mit Wonne und Begeisterung gelesen. Martin Mourier beschreibt wie wichtig und an der Zeit es ist, dass wir uns auf uns selbst besinnen, unsere Gefühle und Bedürfnisse wahr und ernst nehmen und die Ursache unseres Handelns mehr ins Bewusstsein und in unsere Verantwortung nehmen. Dies ist die Voraussetzung  für die Gestaltung authentischer, kooperativer Beziehungen in Gleichwürdigkeit durch die schöpferisches  Handeln möglich wird.

Ich lege das Buch jedem ans Herz, der sich für den sozialen Wandel in Hierarchien interessiert und engagiert. Ich finde es ist nicht nur für den Businessbereich, sondern auch für Eltern und Lehrer lesenswert.

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Wie sagt man´s richtig "gewaltfrei"?

Am besten gar nicht…kleiner Scherz, aber nur halb scherzhaft, leider.

Ich hatte in letzter Zeit zwei Begegnungen, in denen es darum ging, wie man “richtig gewaltfrei” reagiert. Konkret ging es um die Frage, ob man, wenn jemand wütend ist, mit der Frage “Bist du wütend?” oder mit der Feststellung “Du bist wütend!” “richtig gewaltfrei” reagiert. Dieses Thema wurde/wird wohl ernsthaft auch unter “GFK-Erfahrenen” (dito GFK-Trainern) diskutiert.

Meine spontane, aufgrund der Thematik leicht frustrierte Antwort darauf war immer: “Das ist doch sch…egal!” (sorry für meine gewalttätige Ausdrucksweiswe ;o). Ausführlicher ausgedrückt: Die Frage kann man so nicht beantworten, es kommt auf den Kontext an. Und grundsätzliche macht die Frage für mich keinen Sinn, weil für die Entscheidung” gewaltfrei oder nicht?” die HALTUNG hinter den Worten entscheidend ist – nicht die Worte!

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Meine Bedürfnisse sind zweitranging…

Die Schönheit der Bedürfnisse – die Arbeit mit Glaubenssätzen in der Gewaltfreien Kommunikation

In diesem kurzen Video kann man einen Einblick in die Arbeit der Gewaltfreien Kommunikation mit Glaubenssätzen gewinnen. Es ist schön zu beobachten, wie die empathische Begleitung (durch Robert Gonzales) der Klientin immer tiefere Einblicke vermittelt, woher ihre einschränkende Überzeugungen kommen, wie sie sich durch die bewusste Betrachtung davon distanzieren kann und die Bedürfnisse dahinter wieder spüren kann. Meiner Erfahrung nach ist die enschränkende Wirkung von Glaubenssätzen dadurch nicht sofort verschwunden, aber wenn diese bewusste Betrachtung ein paar Mal geschieht, lockert sich das behindernde Verhaltensmuster mit der Zeit und es entsteht eine neue, innere Freiheit und die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse besser zu spüren und zu erfüllen. Diese spürbare, lebendige Qualität nennt Robert Gonzales die “Schönheit der Bedürfnisse”.

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Fragen und Antworten zur Gewaltfreien Kommunikation

Was bedeutet für dich Gewaltfreie Kommunikation?

Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation zum einen eine „Selbst-Erziehungsmethode“, um mich selbst bei meiner Entwicklung als Mensch zu unterstützen.

Nachdem ich Marshall Rosenberg das erste Mal auf einem Einführungsseminar hörte, das war im Jahr 1999, fühlte ich mich ungefähr so, wie wenn ich innerlich eine 90 Grad-Wäsche durchgemacht hätte. Danach hatte sich mein Weltbild vom Kopf auf die Füße gestellt. Mir wurde damals langsam (sehr langsam) bewusst, dass die Art und Weise, wie ich denke und mit mir und anderen umgehe, mir nicht gut tut.

Auf der anderen Seite steht für mich die GFK für ein spirituelles Welt- und Menschenbild – was Riane Eisler mit „Partnerschaftlichem Leben“ beschrieben hat, trifft es ganz gut – und sie bietet eine Methode an, dieses Menschenbild praktisch umzusetzen und zu leben.

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Wie lernt man Gewaltfreie Kommunikation?

Um diese Frage zu beantworten ist es erst mal wichtig, zu klären, was “Gewaltfreie Kommunikation”  eigentlich ausmacht – und was nicht.

Um mit Letzterem anzufangen und ein paar häufigen Missverständnissen zu begegnen:

Gewaltfreie Kommunikation…

… heißt nicht, nur noch in Beobachtungen, Gefühlen, Bedürfnissen und Bitten zu reden (“4 Schritte”).

… heißt nicht, aufzuhören zu denken, zu analysieren, zu bewerten etc.

… heißt nicht, Gefühls- und Bedürfnislisten auswendig zu lernen.

.. heißt nicht, sich dauernd zu zensieren und keinen Satz länger als 40 Wörter zu sprechen.

… heißt nicht, seinen Mitmenschen andauernd empathisch zuzuhören.

… heißt nicht, dass es keine Regeln, Verbote, kein “richtig und falsch”, kein “besser und schlechter”, keine Moral und Ethik etc.  mehr gibt.

Was heißt nun Gewaltfreie Kommunikation?

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