Die Schattenseiten der Gewaltfreien Kommunikation

Spiral Dynamics, Beck, CowanIch habe in diesem Blog schon auf “Missverständnisse der Gewaltfreien Kommunikation” hingewiesen. Hier möchte ich auf tiefer liegende Schattenseiten der Arbeit von Marshall Rosenberg aufmerksam machen, die in der Konsequenz zum Gegenteil dessen führen (können), was ursprünglich mit der Idee verbunden war. Damit mich niemand falsch versteht: Ich bin weiterhin ein begeisterter Vertreter dieser genialen Entwicklung von Rosenberg. Aber wenn man ein paar Jahre Erfahrung damit hat, kommt man nicht umhin, auch einige Fehlentwicklungen und Schattenseiten zu entdecken.

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Die 180°- Wende vom Du zum Ich zum Wir….

Knoten4In jeder Form von Beziehungen gibt es Konflikte

und die immer gleichen Muster auf sie zu reagieren. Am häufigsten findet man Angriff und Verteidigung oder Sprachlosigkeit.

Alle drei verschärfen die Situation, anstatt sie zu lösen. Jeder Mensch strebt danach sein Leben sinn- und wertvoll zu leben. Dazu gehören Beziehungen und die Bereitschaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die Betonung liegt auf “sich” und das ist der Dreh- und Angelpunkt. Wir gehen meist mit Trugbildern über uns selbst und unser gegenüber in Beziehungen, mit denen wir die Wirklichkeiten verschleiern.

Wenn die Schleier fallen, müssen wir bereit sein uns der Angst, Wut, der Trauer, der Enttäuschung und dem Verlust der Illusionen stellen. Dann ist es an der Zeit 100% die Verantwortung für unsere Unzufriedenheit, unser Denken, Fühlen und Handeln zu übernehmen. Es braucht eine 180°-Wende. Weg vom fokussieren auf die “Fehler” des anderen, hin zu den eigenen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen. Aus dieser Eigenwahrnehmung und Eigenverantwortung wird die Beziehung zu sich und anderen authentisch und erfüllend. Wie Ihnen die 180°- Wende und Beziehungen gelingen, lernen Sie in unserer Intensivausbildung.

Die nächste beginnt am 21.März 2013 es gibt  noch wenige freie Plätze. Informieren Sie sich hier: http://nvc-trainer-akademie.com/gewaltfreie-kommunikation-einfuehrung-ausbildung/

Wir freuen uns auf Sie !

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Gewaltfreie Kommunikation lernt man nicht im Seminar…

LernenEs klingt vielleicht merkwürdig, dies von einem Trainer für Gewaltfreie Kommunikation zu  lesen – aber leider stimmt es: Sie lernen Gewaltfreie Kommunikation nicht, indem Sie sich in ein Seminar setzten und zuhören, ein Buch lesen, Marshall Rosenberg auf CD hören oder sich jeden Tag GFK-Sprüche per App aufs Handy holen. Um einen Buchtitel zu zitieren: Es schadet nicht, hilft aber auch wenig.

Gewaltfreie Kommunikation zu lernen bedeutet, das eigene Bewusstsein zu schulen

Damit meine ich zum einen, immer mehr und genauer wahrzunehmen, was in einem vorgeht, also differenzierter und umfassender zu merken, welche Gedanken und Gefühle in einem so rumschwirren. Und zum anderen die Erweiterung der Bewusstheit für Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen, also mehr Offenheit, Mitgefühl und Empathie.

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Buchrezension: Die heilende Kraft der Vergebung: Die sieben Phasen spirituell-therapeutischer Vergebungs – und Versöhnungsarbeit

Konrad Stauss, Die heilende Kraft der VergebunbgDas Buch beginnt mit 2 Vorwörtern. Eines von Prof.Dr. Joachim Bauer (Prinzip Menschlichkeit, Warum ich fühle, was du fühlst…), das andere von Prof.Dr. Michael Klessmann. Diese beiden Vorwörter sind für sich schon sehr lesenswert und informativ. Konrad Stauss macht mit seinem Buch darauf aufmerksam, wie wichtig und heilsam es ist, der Vergebungs-und Versöhnungsarbeit im therapeutischen Kontext mehr Bedeutung und Raum zu geben.

Als Ausbilderin für Mediation und Empathisches Coaching möchte ich dieses Buch auch meinen Kollegen ans Herz legen. Stauss stellt die christliche Dimension und die Erkenntnisse der empirischen Vergebungsforschung dar und verbindet sie miteinander.

Im 1.Kapitel stellt er das christliche Menschenbild und die bindungs-und beziehungsorientierte wissenschaftliche Psychotherapie dar und kristallisiert ihre Schnittmenge herraus. Im 2. Kapitel stellt der Autor verschiedene Vergebungsmodelle vor. Er betont, dass sein Vergebungsprozess sich nicht nur für Menschen mit einem christlichen Weltbild, sondern auch für andere Religionsrichtungen und dem atheistischen Weltbild, eignet und durchführen läßt.

Wen die Diskussion über die anthropologischen Fragen nach dem jeweiligen Menschenbild nicht interessiert, kann mit dem 3.Kapitel beginnen. Neben der detaillierten Darstellung der 7 Schritte des Vergebungsprozesses sind ausführliche Fallbeispiele dokumentiert. Den Vergebungsprozess möchte ich nicht näher bewerten, dazu müsste ich ihn erlebt und durchlaufen haben. Für mich gehört zum Ver-geben auch das präzise vergeben von Verantwortung durch die Sprache. Das habe ich stellenweise in den Fallbeispielen vermisst. Das Aufzählen der verletzten Grundbedürfnisse, kam für mich sehr kopfig und wenig einfühlsam daher. Aber das kann im Schriftlichen so wirken und im lebendigen Prozess ganz anders sein.

Vielen Dank an Konrad Stauss für dieses wertvolle Buch. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass er Lehrgänge zu dem Vergebungsprozess anbietet. Termine und von ihm ausgebildete Therapeuten findet man auf seiner Homepage.

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