Spiral Dynamics, Beck, CowanIch habe in diesem Blog schon auf „Missverständnisse der Gewaltfreien Kommunikation“ hingewiesen. Hier möchte ich auf tiefer liegende Schattenseiten der Arbeit von Marshall Rosenberg aufmerksam machen, die in der Konsequenz zum Gegenteil dessen führen (können), was ursprünglich mit der Idee verbunden war. Damit mich niemand falsch versteht: Ich bin weiterhin ein begeisterter Vertreter dieser genialen Entwicklung von Rosenberg. Aber wenn man ein paar Jahre Erfahrung damit hat, kommt man nicht umhin, auch einige Fehlentwicklungen zu entdecken.

Spiral Dynamics – die Gewaltfreie Kommunikation „von außen“ betrachtet

Um die Schattenseiten der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) zu erkennen, muss man das Modell von Marshall Rosenberg und die Praxis mit etwas Abstand von außen betrachten. Mir hilft dazu das Entwicklungsmodell „Spiral Dynamics“ auf das ich auch schon öfter hingewiesen habe. Denn mit den eigenen Schattenseiten geht es uns wie dem Fisch im Wasser. Wasser ist seine einzige Realität, seine ganze Welt – bis ihn jemand raus holt. Für das Spiral Dynamics Modell wurden weltweit die grundlegenden Werte und Überzeugungen von Menschen untersucht und beschrieben. Es geht im Kern darum, zu verstehen, dass Menschen immer nur aus ihrer „Weltsicht“ heraus fühlen, denken und handeln können – diese Weltsicht ist wie das Wasser, in dem der Fisch schwimmt.

Spiral Dynamics beschreibt acht (manchmal auch neun) grundlegende individuelle und kollektive Weltsichten. Jede dieser Weltsichten ist dabei von spezifischen Werten geprägt, die auf dieser Ebene besonders wichtig sind. Daher werden diese Weltsichten auch oft als „Werteebenen“ (value memes) bezeichnet. Von der ältesten zur modernsten Weltsicht geordnet, sind dies (in Klammern die Farben, mit denen dir Forscher diese Ebene aus Vereinfachungsgründen belegen und eine prägnante Beschreibung, die man sich leichter merken kann):

  • Archaisch („Es geht ums reine Überleben“, BEIGE)
  • Magisch („Die magische Welt der Naturgeister“, PURPUR)
  • Mythisch („Göttliche Mythen und Machtsysteme“, ROT)
  • Absolutistisch (Konformismus und Regeln, die „Hochzeit“ der Religiösen Systeme, BLAU)
  • Rational (Verstand und Rationalität, die „Hochzeit“ der Wissenschaft, ORANGE)
  • Pluralistisch (sensitives Selbst, Menschlichkeit und Pluralismus, „Woodstock lässt grüßen“, GRÜN)
  • Integral (Integrativ, gesunde Hierarchien und Unterschiede in Pluralitäten anerkennen, Anerkennung aller vorhergehenden Ebenen, GELB)
  • Holonisch (diese Ebene ist am Entstehen und noch kaum zu beschreiben, TÜRKIS).
  • (In manchen Veröffentlichungen wird eine KORALLE Ebene erwähnt, die ich auslasse, da sie mir „viel zu hoch“ ist)

Diese Weltsichten/Werteebenen wurden weltweit an Individuen und Gruppen untersucht. Es scheint, dass sowohl der einzelne Mensch , wie auch Kulturen in großen Zeiträumen ähnliche Werteentwicklungen durchlaufen, auch wenn sich im Detail große Unterschiede zeigen können. Die jüngeren Werteebenen schließen jeweils die älteren ein und entwickeln sie weiter. Wir sind also alle eine Mischung aus „BEIGE/ROT/BLAU/ORANGE etc..“, jeder mit etwas unterschiedlichem Schwerpunkt und individuellen Ausprägungen. Diese Weltsichten sollen keine „Schubladen“ sein, in die man Menschen steckt und nicht mehr raus lässt. Es darf dabei nicht darum gehen, Menschen abzuwerten, obwohl mir das bestimmt auch passiert („Du bist ja so GRÜN“). Das Modell soll dazu dienen, ein besseres Verständnis für die menschliche Natur zu entwickeln.

Gibt es eine Gewaltfreie Kommunikation – und wenn ja, wie viele?

Mit dem Modell von Spiral Dynamics erkennt man, dass es nicht ein Rosenberg Modell gibt, sondern verschiedene Ausprägungen auf jeder dieser Stufen. Menschen verstehen, interpretieren und leben die Gewaltfreie Kommunikation so wie es ihrer Werteebene entspricht. Es gibt also nicht eine, sondern jeweils eine holonische, integrale, pluralistische, rationale, absolutistische Gewaltfreie Kommunikation.

Dass heißt auch, dass „Gefühle und Bedürfnisse“ keine „absolute Wahrheit“ sind, sondern sie sind immer (auch) ein Produkt der jeweiligen Weltsicht sind, die wiederum eine Mischung kultureller und individueller Einflüsse ist. Diese Erkenntnis war für mich vor vielen Jahren ziemlich ernüchternd. Ich hatte gehofft mit der Gewaltfreien Kommunikation endlich eine „grundlegende Wahrheit über die Menschen“ entdeckt zu haben. Gefühle und Bedürfnisse schienen mir so grundlegend „wahr“ – eben weil sie in mir so real spürbar sind. Sie schienen mir das wichtigste überhaupt für das menschliche Miteinander in Frieden und Harmonie. So einfach ist die Sache leider nicht und ich hoffe, dass ich heute einen etwas realistischeren Blick habe.

Jede Entwicklungsstufe von Spiral Dynamics hat einen gesunden und einen ungesunden Anteil – ich nenne dies die „Licht- und Schattenseiten“. Durch das Modell kann man viele der Missverständnisse und Schattenseiten der Gewaltfreien Kommunikation erkennen – und vermeiden. Um dies anschaulicher zu machen, möchte ich einige typische Licht- und Schattenseiten der Gewaltfreien Kommunikation den jeweiligen Ebenen zuordnen, wobei ich die ersten und letzten beiden (BEIGE/PURPUR und TÜRKIS/KORALLE) Ebenen auslasse, weil diese für die Kommunikation keine große Rolle spielen.

Mythische GFK (ROT)

Die ROTE Ebene ist eine egozentrische und machtbetonte Ebene. Hier zählt nur das was „ICH“ will, das Recht des Stärkeren. Diese Ebene kann man heute finden in: “ Wutanfälle von Zweijährigen, rebellierende Jugend, feudale Königreiche, epische Heroen, James Bond Bösewicht, Anführer von Gangs,… New-Age Narzissmus“ (Integrales Forum)

Die Licht-Seite dieser Ebene, ist die Anerkennung von Macht. Auch „Gewaltfreie“ haben das Bedürfnis Macht – Macht, um die Welt zu gestalten, um für ihre Bedürfnisse zu sorgen, um sinnvoll und selbstwirksam zu leben. In der GFK wird auch der Einsatz schützender Gewalt erwähnt, auch dahinter steht die Macht, Leben zu schützen.

Die offensichtliche Schattenseite dieser Ebene ist die Durchsetzung egozentrischer Impulse durch pure (physische, psychische) Macht und Gewalt. Und ja, auch eine „ROTE Gewaltfreie Kommunikation“ ist möglich. Auch ein Verbrecher kann die „4 Schritte der GFK“ lernen, und dann seine Opfer mit Empathie noch besser und schneller überzeugen und betrügen oder missbrauchen. Natürlich widerspricht dies der Intention von Marshall Rosenberg, der ja „alle Bedürfnisse im Blick haben will“. Was ich sage ist, dass man an den Worten, an „Vier Schritten“ oder „Empathie“ nicht entscheiden kann, ob sich jemand „gewaltfrei“ verhält, oder nicht. Dies läßt sich allein durch den gesamten Kommunikationsprozess entscheiden.

Absolutistische GFK (BLAU)

Auf dieser Ebene entstehen „Gesetz und Ordnung“, um die gefährlichen ROTEN Impulse zu zügeln. Es entsteht Moral, das Gefühl von Sinn und Ordnung in der Welt, die Hochreligionen haben hier ihre Wurzeln. Drückt sich aus in: „puritanisches Amerika, konfuzianisches China, Dickens‘ England, Singapur Disziplin, Totalitarismus, Kodex der Ritterlichkeit und Ehre, wohltätiges Handeln, religiöser Fundamentalismus (z.B. Christentum und Islam), Pfadfinder, „moralische Mehrheit“, Patriotismus“ (Integrales Forum)

Die Lichtseite dieser Ebene ist die Betonung von Werten, Ordnung und Sinn für das Mensch-Sein und das menschliche Miteinander. Und natürlich braucht es auch für das Erlernen der Gewaltfreien Kommunikation zu Beginn (!) gewisse Grundsätze und Regeln (was unterscheidet Gefühle von Nicht-Gefühlen, Bedürfnisse von Strategien etc.).

Die Schattenseite ist eine dogmatische Haltung, die die Aussagen der Gewaltfreien Kommunikation verabsolutiert und unhinterfragt übernimmt. Auf BLAUER Ebene werden die Aussagen der GFK als „eherne Gesetze“ verstanden. Eine Aussage wie „Bewertungen sind eine Quelle von Gewalt“ wird dogmatisch gedeutet als „Alle Bewertungen sind schlecht“. Daraus folgt auf der BLAUEN Ebene: Wenn ich ein guter Mensch sein will, darf ich andere Menschen nicht mehr bewerten.

Im Extremfall werden die „GFK-Sprachregeln“ (un-)bewusst als „absolut gewaltfrei“ angesehen. Es entsteht eine neue „gewaltfreie“ Dogmatik und Moral. Das Phänomen der „GFK-Polizei“ (für Insider „Giraffenpolizei) ist ein typisches absolutistisches Symptom: „Du machst nicht richtig GFK!“, „Das war jetzt kein Gefühl/Bedürfnis!“ etc.

Es werden neue Gesprächsregeln eingeführt, wie die, dass man immer wiederholen muss, was der andere sagt, dass man immer empathisch sein muss, dass es immer nur um „Verbindung“ geht – also eine Menge neue „Muss“. Dass diese Regeln in realen Gesprächen dann sehr häufig zu Irritation, Widerständen und sogar weiteren Konflikten führen, wird dabei in Kauf genommen, da man ja „der bessere, gewaltfreie Mensch“ ist.

Rationale GFK (ORANGE)

Auf der orangenen Ebene räumt der rationale Verstand und das wissenschaftliche Denken mit den mythischen Grundlagen der blauen Ebene auf. Nicht „Es ist von Gott/deinen Eltern oder einer anderen Autorität gegeben und Du musst es glauben!“, sondern „Beweise es mir!“ Diese Ebene erkennt man hier: Aufklärung, Wissenschaft, Materialismus, Kommunismus, Kapitalismus, säkularer Humanismus, liberales Eigeninteresse.

Eine Lichtseite dieser Ebene ist der Anspruch an eine rationale, kritische Diskussion, der auch absolutistische (auch „gewaltfreie“) Werte standhalten müssen. Hier zählt nicht mehrn blinder Glaube, sondern Empirismus und wissenschaftliches Vorgehen.

Eine Schattenseite von ORANGE ist die Abwertung echter Gefühle und alles körperlichen. Der Körper mit seinen großteils unbewussten Gefühlen, triebhaften Neigungen und seelischen Abgründen macht dem alles kontrollierenden Verstand Angst. Jemand der auf dieser Ebene die Gewaltfreie Kommunikation kennenlernt, wird das System schnell verstehen. Es gibt ca. 40 Schlüsselunterscheidungen in der Gewaltfreien Kommunikation (die „4 Schritte“ sind die ersten vier davon). Diese kann man lernen und dann die Anwendung in der Sprache (!) technisch perfektionieren. Es geht dann vor allem darum die, „gewaltfreien Schritte“ rational und an der richtigen Stelle anzuwenden.

Die „technische GFK“ und das „Vier-Schritte-Reden“ sind typische Symptome der „rationalen Gewaltfreien Kommunikation“. Dadurch entstehen die typischen, gestelzt klingenden Dialoge, die man in vielen GFK-Büchern und auf Youtube findet (und bei denen sich mir immer die Zehennägel aufrollen). Was auf dieser Ebene zu kurz kommt, also die Schattenseite, ist das „echt Menschliche“ in der Kommunikation und im Leben. Die Unberechenbarkeit, Spontanität, Irrationalität des Menschen. Jeder Versuch, diese zu eliminieren, machen ein Gespräch kalt, technisch und unmenschlich. Gefühle lassen sich nicht kontrollieren, sie entstehen unbewusst (das beweist paradoxerweise gerade die rationale Wissenschaft in den letzten Jahren). Man kann lernen, mit Gefühlen bewusster umzugehen (in beschränktem Ausmaß), aber man niemals Gefühle bewusst kontrollieren. Diese bewusste Kontrolle – und alle Folgen davon – ist die größte Schattenseite der ORANGENEN Gewaltfreien Kommunikation.

Pluralistische GFK (GRÜN)

Diese Werteebene betont das sensitive, menschliche, humane Selbst. Heutiges Vorkommen: „Tiefenökologie, Postmodernismus, niederländischer Idealismus; klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers, humanistische Psychologie, Befreiungstheologie, gemeinschaftliche Untersuchungen, Weltkonzil der Kirchen, Greenpeace, Tierschutz, Ökofeminismus, Post-Kolonialismus, politische Korrektheit, Bewegungen der Vielfalt, Menschenrechtsfragen, Ökopsychologie.“ (Integrales Forum)

Die Lichtseite der GRÜNEN Ebene ist die Anerkennung des Subjektiven, der entspannte(re) Umgang mit Gefühlen, die Betonung der Beziehungsebene. Auf dieser Ebene entsteht Toleranz für die Vielfalt und Relativität menschlicher Werte/Religionen. Diese Ebene betont den Konstruktivismus (alle Erkenntnis/Werte sind nur soziale Konstrukte) und den Dialog. In dieser Werteebene ist die Gewaltfreie Kommunikation wohl am meisten verbreitet. Für die GRÜNE Ebene ist sie die „verlorene Sprache des Herzens, die alle Menschen sprechen sollten“ (Zitat einer begeisterten Teilnehmerin).

Durch die Verabsolutierung dieser modernen – und absolut lobenswerten (!) – Errungenschaften erkennt man jedoch auch die möglichen Schattenseiten:
Völlige Relativität von Werten führt zu Beliebigkeit und Laissez-Faire (Toleranz bis zur Selbstaufgabe). Die Überbewertung der subjektiven Gefühle und Bedürfnisse führt in Gruppen zu Endlosdiskussionen und zur Entscheidungsunfähigkeit, weil man niemand „weh tun“ oder „ausschließen“ möchte – typische Sätze der GRÜNEN Ebene. Diese Werteebene verabscheut im Grunde alle vorhergehenden Ebene, also Macht, Führung, Hierarchien (ROT) , Regeln und Gesetze (BLAU), sowie Bewertungen, Analysen und Rationalität (ORANGE).

GRÜN will keine Abstufungen zulassen. Alles ist relativ. „Es gibt kein Richtig und kein Falsch“ behauptet GRÜN voller Selbstüberzeugung (ich würde eher sagen Selbstüberschätzung!). Der innere Widerspruch, das GRÜN nun Relativismus als den höchsten Wert ausruft, wird dabei gerne übersehen. Es gibt zwar kein „Richtig oder Falsch“, aber diese Aussage, meint GRÜN, ist natürlich richtig und besser.

Die Abwertung von Bewertungen, Hierarchien, Analysen, Diskussionen etc. ist ein tief sitzender und sehr problematischer „Virus“ in der Gewaltfreien Kommunikation. Ich behaupte, dass dadurch eine neue, subtile, aber dennoch nicht weniger schlimme Form von Gewalt entsteht. Denn im Grunde bedienen sich die gleichen egozentrischen (ROTEN), absolutistischen (BLAUEN) oder gefühllosen (ORANGEN) Beweggründe nur einer „gewaltfreien“ Sprache – und machen sich damit fast unerkennbar und unangreifbar, auch wenn sie alles andere als „alle Bedürfnisse im Blick haben“.

Durch den Rückzug auf völlige Subjektivität macht sich die Gewaltfreie Kommunikation immun und unangreifbar gegenüber Kritik. Es gibt ja nichts Objektives, kein moralisch richtiges/falsches Verhalten – „es sind alles nur deine Bedürfnisse“. So stellt sich die GFK auf dieser Ebene schnell jenseits von „Gut und Böse“, jenseits von „Richtig und Falsch“ – und beantwortet so vermeintlich ein paar jahrtausendealte ethische Fragen wie „Gibt es Schuld, Sünde, Vergebung etc.“ mit einem selbstüberschätzten: „Nein, sind alles nur Konstrukte und die brauchen Empathie“. Diese Entwicklung halte ich für höchst bedenklich.

Integrale GFK (GELB)

Die integrale Ebene ist die erste Stufe, die alle vorhergehenden Werte sehen und anerkennen kann. Bis zu dieser Ebene bewerten alle Ebenen ihre Vorgänger als überflüssig und versuchen, diese abzuschaffen. Erst GELB anerkennt den Wert aller ihrer bunten Vorgänger für die gesunde menschliche Entwicklung. Es geht nicht darum, eine der vorhergehenden Ebenen loszuwerden, im Gegenteil, man muss die die Licht- und Schattenseiten in eine gesunde Balance bringen.

Auf die Gewaltfreie Kommunikation angewandt würde ich das so beschreiben – wobei ich nicht behaupte, dass ich jederzeit in der Lage bin, diese integrierende Haltung einzunehmen.

Mit einem „integralen Blick“ wird man die „Regeln der GFK“ (die 4 Schritte und die weiteren Schlüsselunterscheidungen) flexibel und kontextangepasst einsetzen, wenn es es sinnvoll und hilfreich ist. GELB ist klar, dass es nicht um die „richtigen Worte“ geht, sondern um die Haltung und Einstellung hinter diesen Worten, die sich erst im Gesprächsprozess zeigt. (Das heißt GELB kennt die prä-/post-Verwechslung, die genauso auf die GFK zutrifft).

Die integrale Ebene führt keinen Kampf mehr gegen „böse“ Hierarchien / Diagnosen / Analysen etc., sondern anerkennt, dass es gesunde und ungesunde Formen von Hierarchien / Diagnosen / Analysen etc. gibt (Hierarchien werden hier beschrieben „Holarchie, Hierarchie, Macht und Entwicklung

„Gewaltfreiheit“ bedeutet aus integraler Sicht, die Anerkennung aller Werteebenen – was nicht heißt, die Schattenseiten zu mögen oder gar zu fördern. Es gibt keine Toleranz für Intoleranz. Schützende Macht wird klar und entschlossen angewendet. Verbale Konflikte werden als normal akzeptiert. Sie werden vermehrt entstehen, weil die Aushandlung von individuellen Interessen zunimmt.

„Gewaltfrei“ bedeutet hier, Konflikte mutig anzusprechen, ins Feuer der unbewussten Prozesse zu springen und auf den klärenden Prozess zu vertrauen – man kann nicht alle, aber viele Konflikte gewinnbringend lösen. Es bedeutet aber auch, Trennung und Trennungsschmerz als natürliche Begleiter menschlicher Entwicklung zu akzeptieren – anstatt eine GRÜNE „Wir-wollen-immer-Verbindung-“ oder „Es-darf-niemand-weh-tun“-Haltung einzunehmen.

Gefühle werden dabei als spontan und im wesentlichen unkontrollierbar akzeptiert, die Sprache wird (wieder) frei, spontan, locker. Die „Regeln der Gewaltfreien Kommunikation“ werden als zu überwindende Lernstufen erkannt und eingesetzt (z.B. in Seminaren). Grundsätzlich zählt Klarheit und Unterscheidungskraft im Gesprächsprozess. Bewusstheit im Prozess und Entspanntheit mit dem Unbewussten – das ist das Ziel einer GELBEN Gewaltfreien Kommunikation.

Was ist Ihre Meinung dazu? Ich freue ich über Ihre Fragen, Anregungen und Kommentare!

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Online-Quellen

Integrale Theorie http://integralesforum.org/index.php?id=201#c406

Sprial Dynamics http://www.rolflutterbeck.de/spiral_dynamic s.html

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